Übungen zur Analysis in Stufe 12

Parameteraufgaben mit CAS / TR / GTR

Hinweis: Der Lösungsgang wird hier für den GTR-Taschenrechner TI-84 notiert.

Lösung zu a):

Vorüberlegungen:
Hier sind anfangs unterschiedliche Darstellungen der vom Text erhaltenen Informationen zu erwarten. Insbesondere auf die Formulierung '... auf eine Länge von 200m ...' und Informationen daraus ist zu achten. Zur Zweckerfüllung ist kein VerbindungsKREUZ notwendig.

Erster Mathematisierungsschritt:
Der Prozess der Mathematisierung erfordert eine Festlegung, in welcher Weise möglichst geschickt das Koordinatensystem eingefügt wird. Dadurch entfallen bereits Ansätze, in denen die vorhandenen Gleise als Parallelen zur y-Achse skizziert sind, da zu diesen Geraden keine im Weiteren notwendigen Steigungen existieren. Gleichartige Maßeinheiten (m oder km) auf beiden Achsen sind nötig.

Variante 1

Tragfähig für die weitere Bearbeitung verbleiben dann zwei Varianten:
die rechts oben dargestellte und die nebenstehende. Hier soll die nebenstehende Variante 2 verfolgt werden.

Im weiteren Mathematisierungsschritt sollte die Problemstellung als eine zu lösende Steckbriefaufgabe erkannt werden. Die gesuchte Funktion muss (mindestens) vom dritten Grad sein (wegen des Wendepunktes). Die Koordinaten der Anschlusspunkte und die Steigungen dort ergeben vier Funktionalgleichungen:
f(0) = 0 und f(200) = 10 und f'(0) = 0 und f'(200) = 0 sowie später zu prüfen: f"(0) > 0 und f"(200) = < 0 .

Variante 2

Daraus resultieren als Parametergleichungen:
d = 0 und 8000000a + 40000b + 200c = 10 und c = 0 und 120000a + 400b = 0 (da c=0 bereits bekannt). 

f(x) = ax³ + bx² + cx + d
f'(x) = 3ax² + 2bx + c
f"(x) = 6ax + 2b

Dieses LGS lassen wir mit dem CAS oder dem GTR lösen:
Wir geben im MatrixEditor die Koeffizienten ein und wandeln diese erweiterte Matrix mittels rref()-Befehl um in eine erweiterte Einheitsmatrix. Als Parameterwerte erhalten wir:
a = -2,5*10-6 und b = 7,5*10-4 ; also f(x) = -0,0000025x³ + 0,00075x²
Die Überprüfung der hinreichenden Bedingungen ergibt, dass diese erfüllt sind; als Funktion 3. Grades ist dies die einzige Lösung.

rref() aufrufen mittels (TI-84):
[II.Matrix] MATH [III.B]
([II.Matrix] meint [2nd][Matrix])

Würde als Maßeinheit statt m die Einheit km verwendet, hätten die Koeffizienten 'angenehmere' Größen: a = -2500 und b = 750.

 

Die Variante 1 mit Wendepunkt im Ursprung wäre für die Bearbeitung etwas bequemer gewesen - selbst wenn man keine Wendepunktbedingung verwendet, da diese nicht unmittelbar dem Text zu entnehmen ist. Die Funktionalgleichungen sind dann f(-100) = -5 und f(100) = 5 und f'(-100) = 0 und f'(100) = 0.
Die Lösungsfunktion hätte (wegen der Punktsymmetrie zum Ursprung) dann die Gleichung f(x) = -2,5*10-6x³ + 0,075x (bei Verwendung der Maßeinheit m).

 

In einer weiterführenden Diskussion sollte erkannt werden, dass die Annahme, an den Anschlussstellen liegen Extrempunkte, die Anzahl der möglichen Lösungen einschränkt. Da der Verlauf vor und nach dem für die Anwendung wichtigen Definitionsbereich D(f) = [ -100 ; 100 ] unterschiedlich sein kann, sind in den Anschlusspunkten Extrempunkte oder auch Sattelpunkte denkbar. Dadurch ergeben sich dann auch Lösungsfunktionen vierten und sogar fünften Grades!
f"(-100) = 0 und/oder f"(100) = 0 sind/ist die zusätzliche(n) Funktionalgleichung(en).

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© 2006 Ziemke .:. Letzte Aktualisierung am 29. August 2006 durch den WebMaster.